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Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

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Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

| Luca Jurczyk

Claudia Alfes-Neumann: Wo sich automorphe Formen und Schlamm treffen

Wer „Mathematikprofessorin“ hört, denkt eher an abstraktes Denken auf höherem Niveau als an einen 10-Meilen-Lauf im Schlamm. Es gibt aber an der Uni Paderborn eine Person, die genau diese Dinge in sich vereint: Juniorprofessorin Dr. Claudia Alfes-Neumann, die seit dem Wintersemester 2017/18 am Institut für Mathematik lehrt. Sie ist Anfang Juni den „Tough Mudder“ in Arnsberg mitgelaufen und hat dabei bewiesen, dass sie nicht nur im Kopf, sondern auch körperlich ziemlich fit ist.

„Tough Mudder“ ist ein Marathon der besonderen Art: Hier hat man, neben der reinen Laufarbeit, zum einen diverse schwierige Hindernisse zu überwinden und zum anderen alle Aufgaben umgeben von Schlamm zu absolvieren. Dabei gibt es zwei verschiedene Distanzen zur Auswahl, zwischen denen man, je nach Fitness und Erfahrung, wählen kann. Jun.-Prof. Dr. Alfes-Neumann hat den „Tougher Mudder Full“ absolviert: Das bedeutet, dass sie zehn Meilen mit über 20 Hindernissen im Wettkampfformat gelaufen ist. Dies lässt schon vermuten, dass sie immer schon eine sehr sportliche Person war: Lange Zeit hat sie Wettkampfsport im Laufen und Triathlon betrieben, wofür sie teilweise 20 Stunden pro Woche trainierte. Dann kam 2016 ihr Sohn zur Welt, weshalb sie im Sport kürzertreten und dem Wettkampf den Rücken kehren musste. Der Wunsch nach einer Teilnahme an einem „Tough Mudder“ war aber längst präsent: „Mein Mann und ich wollten länger schon bei einem ‚Tough Mudder’ mitmachen. So habe ich ihm die Teilnahme zum Geburtstag geschenkt. Wir sind dort dann auch zusammen gelaufen.“ So haben sie sich gemeinsam der Herausforderung gestellt.

Wo für sie der besondere Reiz bei „Tough Mudder“ liegt? „Reine Laufwettkämpfe sind meist recht langweilig, das ist beim ‚Tough Mudder’ definitiv nicht so. Vor lauter hoch, runter und Hindernissen merkt man kaum, dass man einen Halbmarathon läuft. Am nächsten Tag aber umso mehr!“ Um sich auf diesen harten Wettkampf vorzubereiten, absolvierte die Mathedozentin kein besonderes Training, sondern ging ihrem straffen, wöchentlichen Sportprogramm nach: Ein bis zwei Mal Laufen, ein bis drei Mal Mountainbikefahren, Yoga und Athletiktraining. Eine optionale Erweiterung ihres Trainings: „Wenn man ein Hindernis nicht schafft, kann man ja alternativ auch eine Strafrunde absolvieren...“ Man sieht: Neben dem Expertenwissen über Zahlentheorien zeichnet sich die Juniorprofessorin auch durch Disziplin und Ehrgeiz aus.

Doch sie sieht Sport nicht nur als reine Herausforderung, sondern auch als Ausgleich zum Uni-Alltag. Ein kräfteraubendes Wettrennen wie „Tough Mudder“ sei zwar nicht unbedingt der optimale Ausgleich, aber „Laufen, Mountainbiken und Yoga sind für mich sehr wichtig. Grade beim Mountainbiken im Wald kann ich mich sehr gut entspannen.“ Außerdem hat sie in ihrem Büro immer ihre Laufsachen deponiert, denn „loslaufen kann man von überall!“. So kann sie auch Laufen und Radfahren jedem ihrer Kollegen als Ausgleich zum Alltag an der Uni empfehlen.

Bei „Tough Mudder“ in Arnsberg ist Claudia Alfes-Neumann als 4. Frau über die Ziellinie gelaufen. Eine beachtliche Leistung – gönnt sie sich jetzt eine lange Pause? Nein: „Im September mache ich dann meinen nächsten Obstacle Run – und zwar den Strong Viking Köln.“ Da soll mal einer sagen, Mathedozenten seien langweilig!

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