Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

Show image information

Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

| Nina Reckendorf

42. Neujahrsempfang der Universität: „Stetige Auseinandersetzung mit Bildungsauftrag“

Rund 450 Hochschulangehörige und Freunde der Universität Paderborn haben am Sonntag, 21. Januar, am 42. Neujahrsempfang im Auditorium maximum teilgenommen. Darunter Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Prof. Dr. Birgit Riegraf begrüßte die Gäste und blickte in ihrer Ansprache zur Entwicklung der Hochschule auf die Höhepunkte des vergangenen Jahres zurück. Dabei erneuerte sie gleich zu Beginn ihren Dank an die Mitarbeitenden, den sie ein Jahr zuvor anlässlich der schweren Erkrankung von Prof. Dr. Wilhelm Schäfer ausgesprochen hatte. Die Vizepräsidentin lobte die besondere Unterstützung und großartige Loyalität der Hochschulangehörigen angesichts schwieriger Zeiten. Mit dem Ruhestand Schäfers und der baldigen Neubesetzung des Präsidentenamtes beginne für die Entwicklung der Universität ein neues Kapitel. „Mit seinem unschätzbaren, unermüdlichen und ganz persönlichen Einsatz prägte Wilhelm Schäfer das heutige Bild der Universität entscheidend mit“, konstatierte Riegraf.

Die Soziologin begann den Jahresrückblick ihrem Schwerpunkt als Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Qualitätsmanagement entsprechend: „Das schnelle Wachstum der Universität verpflichtet uns, uns immer wieder neu mit unserem Bildungsauftrag auseinanderzusetzen und die Qualität des Studiums einem permanenten Verbesserungsprozess zu unterziehen.“ Dauerhaftes Ziel sei es, Studierende bestmöglich auf die Herausforderungen des akademischen, nationalen und internationalen Arbeitsmarktes vorzubereiten. In diesem Zusammenhang würdigte die Vizepräsidentin auch die Auszeichnung von Prof. Dr. Ilka Mindt und Thomas John mit dem „Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre“, die das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gemeinsam mit dem Stifterverband vergeben hatte.

Ebenso im Bereich der Lehre angesiedelt sei das Bund-Länder-Projekt „Heterogenität als Chance“, das sich aktuell in der zweiten Förderphase befinde. Es erkenne die unterschiedlichen Voraussetzungen, Bildungsbiographien und Motivlagen der Studierenden an. Eine neue Veröffentlichung mache die Erkenntnisse außerdem weit über die Grenzen Paderborns bekannt.

Zu den herausragenden Erfolgen im Bereich Forschung zählte im vergangenen Jahr besonders „Noctua“, über dessen Antrag der Wissenschaftsrat mit Bestnoten entschieden hatte. Damit verfüge die Hochschule künftig über einen der zehn leistungsstärksten universitären Hochleistungsrechner, so Riegraf. Er verbessere einerseits die Infrastruktur bei Forschungsvorhaben in der rechnergestützten Optoelektronik, Photonik und Materialwissenschaft. Andererseits werde er selbst Forschungsgegenstand für energieeffizientes Hochleistungsrechnen sein.

Besondere Anerkennung fand auch die Verlängerung des Sonderforschungsbereichs/Transregio „Maßgeschneiderte nichtlineare Photonik: Von grundlegenden Konzepten zu funktionellen Strukturen“ unter Leitung von Prof. Dr. Arthur Zrenner. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziere damit die physikalische Grundlagenforschung an der Universität für weitere vier Jahre. Andere DFG-Projekte fanden ebenfalls Erwähnung: darunter „InterGramm“ und „Aby gets digital: ARAby“, das kunsthistorische Projekt „Der Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in der Brandenburger Domklausur“ sowie die beiden Vorhaben „Heterogene Widerstandskulturen: Sprachliche Praktiken des Sich-Widersetzens zwischen 1933 und 1945“ und „Kompetenzentwicklung Physik in der Studieneingangsphase“.

Als „dritte Säule der Universität“ bezeichnete Riegraf den Wissens- und Technologietransfer und nannte beispielhaft die Eröffnung der garage33, die bundesweit als Vorzeigeprojekt für die gelungene Zusammenführung von Start-ups und etablierten Unternehmen gelte.

Auch im Bereich der Infrastruktur habe sich u. a. mit dem Spatenstich für Gebäude „Y“ und dem Richtfest des neuen Bibliotheks- und Lernzentrums viel getan.

Die Vizepräsidentin äußerte zudem einige Worte in Richtung der sich aktuell vielerorts abzeichnenden wissenschaftsfeindlichen Tendenzen: „Sie bedrohen nicht nur das Wissenschaftssystem und die Universitäten, sondern rütteln auch an den Grundfesten der Demokratie“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssten sich Vertrauen und Legitimation zurückholen.

Abschließend blickte Riegraf auf das kommende Jahr: Die enge Zusammenarbeit zwischen der Region OWL, der Stadt Paderborn und den hiesigen Hochschulen habe sich gelohnt und werde im Rahmen der ersten digitalen Modellregion NRWs intensiviert. Ebenso nehme die Umsetzung der Regionale 2022 Fahrt auf. Auch die Einrichtung der Zukunftsmeile 2 als Gemeinschaftsprojekt von Universität und der Firma Weidmüller schreite voran. Der Aufbau eines Zentrums für Quanteninformationen und Technologie von Prof. Dr. Christine Silberhorn sei ebenfalls für das laufende Jahr in Planung. „Damit wird ein weiterer Akzent in diesem extrem erfolgreichen Forschungsbereich gesetzt“, so Riegraf.

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Axel-Cyrille Ngonga Ngomo vom Institut für Informatik. Unter dem Titel „Daten und Semantik“ referierte er über die Gewinnung und Strukturierung von Informationen aus riesigen Datenmengen.

Traditionell stellt auch die Würdigung herausragender Leistungen einen wichtigen Teil des Neujahrsempfangs dar. In mehreren Bereichen konnten sich erfolgreiche Jung-Akademikerinnen und -Akademiker über Auszeichnungen freuen.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Hochschulorchester unter Leitung von Steffen Schiel.

Hier finden Sie die Rede von Prof. Dr. Birgit Riegraf.

The University for the Information Society