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Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

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Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

| Michael Schickhoff

Wesersandstein im wissenschaftlichen Fokus

Datenbank des Heinz Nixdorf Instituts trägt maßgeblich zur Erforschung der vorindustriellen Bauwirtschaft bei

Wissenschaftler des Heinz Nixdorf Instituts entwickelten eine Datenbank im Forschungsprojekt „Wesersandstein als globales Kulturgut“. Sie beinhaltet wissenschaftliche Erkenntnisse zu Bauteilen, Bauwerken sowie der wirtschaftlichen Infrastruktur des Sandsteinhandels im 16.- bis 19. Jahrhundert. In der Datenbank befinden sich mehr als 12.000 Eintragungen: Sandsteinblöcke, Literaturquellen, alte Verträge sowie historische Handelsrouten. Verknüpft entstehen aus diesen Informationen neue Erkenntnisse: Zu sehen ist, dass Steinblöcke auch schon vor mehr als zwei Jahrhunderten für einen bestimmten Bauauftrag nach Maß zugehauen, verpackt und an den Bestimmungsort geliefert wurden: Ähnlich dem Ikea-Prinzip enthielt beispielsweise eine Frachtladung exakt die maßgeschneiderten Bauteile, die für ein Bauwerk – wie einen Torbogen – nötig waren.

Für der Entwicklung der Datenbank mussten die Wissenschaftler technische, chronologische und geografische Besonderheiten beachten und stießen dabei auf unerwartete Hürden. „Wir hatten plötzlich das Problem, dass die Ankunft der Steine an der Baustelle zeitlich vor der Auslieferung lag. Der Grund: Einige Gebiete schlossen sich zu dieser Zeit dem Gregorianischen Kalender an, während andere an der alten Zeitrechnung  festhielten. Schwierig sind auch die verschiedenen historischen Maße: Elle, Fuß, Daumen. Teilweise einigten sich die Baumeister auch darauf, für ein Gebäude eigene Maßeinheiten zu verwenden. Das macht die Analysearbeit sehr komplex.“, erklärt Gero Zahn, Forscher am Heinz Nixdorf Institut.

Die Datenbank in für alle Interessierten auch nach Projektende zugänglich unter https://wesa.cs.upb.de, jedoch in eingeschränkter Form.  Vollen Zugriff können alle Wissenschaftler erhalten, die in diesem Gebiet forschen. Das Projekt fand in Zusammenarbeit mit der Kunst-und Wirtschaftsgeschichte der Universität Paderborn und dem Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt statt.

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