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Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

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Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

| Luca Jurczyk

Prof. Dr.-Ing. Tibor Jager mit ERC Starting Grant Award ausgezeichnet

Prof. Dr.-Ing. Tibor Jager, Leiter der Fachgruppe für IT-Sicherheit, hat im Juli dieses Jahres den „ERC Starting Grant“ erhalten. Diese Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) ist mit 1,5 Millionen Euro dotiert und unterstützt junge Forscher aller Fachgebiete über fünf Jahre bei ihrem Projekt. Diese Langfristigkeit der Förderung ist auch das, was Prof. Jager besonders freut: „Besonders gut finde ich, dass man für fünf Jahre eine Menge Unterstützung bekommt, vor allem, was Personal angeht. Viele Förderverfahren belaufen sich auf zwei oder drei Jahre, das reicht aus, um häppchenweise weiter zu kommen. Wenn man wirklich einen großen Schritt machen möchte und etwas bewegen will, braucht man meistens schon etwas mehr Arbeitskraft und ein bisschen mehr Zeit dafür. Dafür ist der ERC Starting Grant zugeschnitten; das finde ich ziemlich sinnvoll. Auch deshalb freue ich mich sehr, dass das geklappt hat!“

In Brüssel stellte Prof. Jager vor knapp 30 Mitgliedern des Auswahlgremiums, die zu den Spitzen-Informatikern Europas zählen, seine Forschungsidee vor. Eingereicht hat er sein Projekt „REWOCRYPT – Theoretically-Sound Real-World Cryptography“. Dieses ist angesiedelt an der Schnittstelle von theoretischer und praktischer Kryptographie, was sich in der bisherigen Forschung als zwar sehr wichtig, aber ebenso kompliziert erwiesen hat: „In der Praxis brauchen wir Sicherheit von Anwendung. Den theoretischen Teil haben wir in den letzten 40 Jahren gut verstanden, da hat sich sehr viel entwickelt; in der Praxis geht die Kryptographie leider noch viel zu oft kaputt. In dem Projekt geht es darum, einen großen Schritt von der theoretisch-isolierten Welt in die echte Welt zu machen. Die solide, theoretische Grundlage muss in der echten Welt genutzt werden, damit sichere Anwendungen geschaffen werden können.“, betont Prof. Jager. Bei „sicheren Anwendungen“ redet man nicht allein von Computerprogrammen, sondern kümmert sich um hochaktuelle, zukunftsorientierte und vor allem gesellschaftlich relevante Themen: „In Zukunft reden wir über selbstfahrende Autos, die miteinander kommunizieren; wir denken sogar darüber nach, Herzschrittmacher mit WLAN-Schnittstelle auszustatten, damit der Arzt Daten auslesen kann. Um das alles sicher zu machen, damit ein Angreifer beispielsweise den Herzschrittmacher nicht manipulieren kann, braucht man Kryptographie.“

Prof. Jager hat also die nächsten fünf Jahre zu tun. „Das wird eine Menge Arbeit, aber ich freue mich darauf zusammen mit meinem Team und interessierten Studenten an diesem Forschungsprojekt arbeiten zu können!“

Die Universität der Informationsgesellschaft