Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

Bildinformationen anzeigen

Glasfasern aus der Optoelektronik in der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Foto: Universität Paderborn

|

Inklusiver Mathematikunterricht und konsistentes Software-Management

Am 28. November stellten sich Prof. Dr. Uta Häsel-Weide (Institut für Mathematik) und Jun.-Prof. Dr. Anthony Anjorin (Institut für Informatik) mit Ihren Antrittsvorlesungen den Kolleginnen und Kollegen sowie den Studierenden der Fakultät EIM vor.

Uta Häsel-Weide ist Professorin für sonderpädagogische Förderung im Fach Mathematik und entwickelt und erforscht Lernumgebungen für den inklusiven Mathematikunterricht. In ihrem Vortrag „Mathematisches Lernen fördern – Initiierung und Rekonstruktion von Lernprozessen im inklusiven Mathematikunterricht“ betonte sie die Bedeutung inhaltlicher Fragen als Ausgangspunkt, um gezielte und effektive Förderung zu initiieren. Nur wenn klar ist, was gelernt werden soll und welche Lernhürden aus stoffdidaktischer und empirischer Sicht zu berücksichtigen sind, können angemessene Fördersettings und Aufgaben konstruiert werden. Frau Häsel-Weide berichtet aus dem Kooperationsprojekt „LUIS-M“, in dem Lernumgebungen entwickelt und erprobt wurden, in denen Schülerinnen und Schüler im inklusiven Mathematikunterricht zusammen lernen und gemeinsam Lösungen finden können. Die Forschungen zeigen, dass das gemeinsame Arbeit von Kindern mit unterschiedlichen Kompetenzen zu produktiven Interaktionen führen kann. Vermeintliche oder tatsächlich Fehler können hier Anlässe sein. Aufbauend auf diesen ermutigenden Erkenntnissen liegen weitere Perspektiven für Frau Häsel-Weide in der Entwicklung und Erforschung von Lernumgebungen für die gesamte Grundschulzeit und darüber hinaus sowie auf einer systematischen Erforschung der Lernentwicklung von Lernenden im inklusiven Unterricht. Zudem möchte sie angehende Lehrkräfte gezielt auf die Heterogenität der Lernenden im Mathematikunterricht vorbereiten. Dazu steht ab dem Sommersemester 2017 das Lehr-Lern-Labor „ZahlenRaum“ bereit, indem Lehramtsstudierende gezielt Kompetenzen im Fördern und Diagnostizieren sowie im Unterrichten mit Blick auf Vielfalt erwerben können.  

Uta Häsel-Weide studierte Sondererziehung und Rehabilitation an der Universität Dortmund. Nach ihrer Promotion (Titel: „Sachaufgaben im Mathematikunterricht der Schule für Lernbehinderte: Theoretische Analyse und empirische Studien“) sowie einem Referendariat war sie von 2005 bis 2009 Lehrerin an Förderschulen in Iserlohn und Dortmund und im Anschluss abgeordnete Lehrerin an der Technischen Universität Dortmund. Ihre Habilitation mit dem Titel „Vom Zählen zum Rechnen. Struktur-fokussierende Deutungen in kooperativen Lernumgebungen“ wurde 2014 abgeschlossen. Zwei Jahre war sie Professorin für Didaktik der Mathematik an der Universität Siegen bevor sie 2016 dem Ruf an die Universität Paderborn folgte. Hier beschäftigt sie sich mit der Diagnose und Förderung bei Schwierigkeiten beim Mathematiklernen, der Entwicklung und Erforschung mathematischer Lehr- und Lernprozesse und dem inklusiven Mathematikunterricht.

Juniorprofessor Anthony Anjorin arbeitet zurzeit in der Fachgruppe Datenbank- und Informationssysteme von Prof. Dr. Gregor Engels am Institut für Informatik. In seiner Forschung konzentriert er sich auf Modellierungssprachen, die eine verständliche Kommunikation zwischen einem Softwareentwickler und seinem Auftraggeber gewährleistet. Denn durch die fortlaufende Entwicklung softwaregesteuerter Geschäftsabläufe wird in Unternehmen die Nachfrage nach maßgeschneiderten Programmen. Um die Geschäftsprozesse optimieren zu können, entwickeln Auftraggeber und Informatiker gemeinsam die anwendungsspezifischen Sprachen. Die modellierten Sprachen regeln zudem Abläufe und ihre Reaktionen, d.h. je nach Handlung erkennt das Programm, welche entsprechende Folgehandlung eintreten soll. Die Verständlichkeit auf beiden Seiten ist entscheidend für eine klare Modellierung dieser Abläufe, bei denen auf der einen Seite die technische Entwicklung und auf der anderen die fachliche Spezifikation in den Unternehmen steht. Eine saubere Trennung dieser beiden Seiten ist unabdinglich für diese Verständlichkeit und die Zukunftsaufgabe in der Forschung von Anthony Anjorin.

Seinen Bachelor- und Masterabschluss in Computational Engineering machte Anthony Anjorin von 2003 bis 2010 an der Technischen Universität Darmstadt. Währenddessen sammelte er erste Erfahrungen in seinem Fachbereich als Software-Entwickler der REA-Elektronik GmbH und der MAN-Nutzfahrzeuge AG. Von 2010 bis 2015 promovierte er ebenfalls an der Technischen Universität Darmstadt und war dort außerdem Forschungs- und Lehrassistent am Real Time Systems Lab. Bevor er im April 2016 an die Universität Paderborn kam, war er als Post-Doc an der Universität Gothenburg, Schweden.

Die Universität der Informationsgesellschaft