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| Isabel Stroschein

Früh übt sich – Projekt „Informatik an Grundschulen“ bringt den Kindern Grundlagen der Informatik näher

Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der sie immer früher und häufiger digitalen Systemen begegnen. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder diese digitalen Geräte nicht nur nutzen, sondern auch verstehen und bewerten zu können. Hierfür ist es unerlässlich ein Grundverständnis über informatische Systeme und ihre Funktionsweise zu besitzen. Da Kinder immer früher mit diesen Systemen in Berührung kommen, ist es notwendig sie möglichst früh an eine informatische Bildung heranzuführen.
In der Sekundarstufe ist der Informatikunterricht sowie das Lernen von und mit digitalen Medien an den meisten Schulen NRWs bereits fester Bestandteil des Lehrplans. Aber auch an immer mehr Grundschulen werden die Schülerinnen und Schüler an das informatische Denken herangeführt.

Die Fachgruppe Didaktik der Informatik entwickelt unter Anderem im Projekt „Informatik an Grundschulen“ kindgerechte Ansätze und Unterrichtsmodule, die, mit starken Bezügen zu ihrer Lebenswelt, den Kindern verschiedenste Inhalte der Informatik näherbringen sollen. Das Kooperationsprojekt der Universitäten Paderborn, Aachen und Wuppertal mit dem Schulministerium des Landes NRW startet nach seiner erfolgreichen Pilotphase an fünf Grundschulen nun in die zweite Phase.
An insgesamt 22 Grundschulen, verteilt auf die drei Standorte Paderborn, Wuppertal und Aachen, werden die jeweils dort konzipierten Module nun intensiver erarbeitet und die Lehrkräfte im Umgang mit den Materialien und Inhalten geschult.
In Paderborn fand am 14. März die erste ganztägige Schulung zu dem Modul „Wie funktioniert der Roboter? (Erste Schritte zur Programmierung)“ statt, bei dem außerdem die Erfahrungen der Pilotphase reflektiert wurden.

Ziel des in Paderborn entwickelten Moduls ist es, Grundschullehrkräfte in die Lage zu versetzen, gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Funktionsweise von Robotern, mit dem Schwerpunkt der Programmierung, zu erhalten. Das Modul arbeitet dabei ohne digitale Informatiksysteme und versucht auch mit dem Thema Roboter sich an der Lebenswelt der Kinder zu orientieren.
Die Schülerinnen und Schüler sollen so einen Einblick in die Welt der informatischen Systeme und ihre Programmierung erhalten und am Beispiel des Roboters unter Anderem das EVA-Prinzip (Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip) kennenlernen, welches in jedem dieser Systeme steckt. Ein vorab selbstgebastelter Roboter wird im weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit mit einfachen Bausteinen und Befehlen, abgebildet auf Puzzlekarten programmiert. Durch verschiedene aufeinander aufbauende Aufgaben lernen die Kinder nicht nur, dass ein Roboter auf ihm bekannte Befehle reagieren kann, sondern auch unterschiedliche Konzepte der Programmierung, wie Paramater und Schleifen, kennen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten frei und ihrem Leistungsstand entsprechend mit einem Forscherheft und begreifen spielerisch erste Schritte der Programmierung als ein wichtiges Konzept der Informatik. Optional ist eine Erweiterung unter Verwendung von Informatiksystemen, wie z.B. Robotern und/oder visuellen Programmiersprachen wie z.B. „Scratch“ vorgesehen.

Insgesamt sind sechszehn Lehrerinnen von acht Grundschulen in und um Paderborn an dem Projekt beteiligt. Die Schulung, die von Kathrin Müller aus der Fachgruppe Didaktik der Informatik und den beiden Lehrkräften Anna Freund und Markus Kremer durchgeführt wurde, empfanden die Teilnehmer/innen in Ergänzung zu den vorhandenen Materialien als hilfreiche Unterstützung bei der eigenständigen Umsetzung im Unterricht. Im Mai werden bei einem halbtägigen Workshop die Erfahrungen der Lehrkräfte reflektiert und erste Erfahrungen mit der Programmiersprache „Scratch“ gesammelt.

An den anderen Standorten des Projekts befassen sich die Forscher an der RWTH Aachen mit dem Modul „Digitale Welt (Umgang mit Informationen, Repräsentation, Verarbeitung und Übertragung von Daten)“ und an der Bergischen Universität Wuppertal wird das Modul „Das kannst du nicht lesen (Kryptologie, Einblicke in die Konzepte der Ver- und Entschlüsselung)“ entwickelt. Die landesweite fachdidaktische Koordination und Evaluation des bis August 2018 laufenden Projekts obliegt der Fachgruppe Didaktik der Informatik der Uni Paderborn.

Die Universität der Informationsgesellschaft